MACHU PICCHU | SCHÖNER WOHNEN À LA INKA

Machu Picchu also – hier wollten wir immer schon mal hin. Und nun sollte es so weit sein, dass wir dieses Weltwunder, das im 15. Jahrhundert in einen Berg in rund 2450 Metern Höhe gezimmert wurde, mit eigenen Augen bestaunen dürfen.

Ursprünglich wollten wir ja über den dreitätigen Salkantay-Trek hinwandern, allerdings spielten leider weder die Allgemeingesundheit unserer Gruppe noch das Wetter so richtig mit. Also mussten wir umdisponieren und reisten mittels Bus von Cusco nach Hidroelectrica, gingen dann zu Fuß der Zugstrecke entlang von Hidroelectrica ins Machu-Picchu-Dorf Aguas Calientes und erklommen am nächsten Morgen ebenfalls zu Fuß den Berg, wo Machu Picchu gelegen ist. Eine zwar nicht ganz unanstrengende, aber dafür sehr schöne und abwechslungsreiche Anreise – und nebenbei die günstigste Variante, sich diese so besondere Ruinenstätte zu Gemüte zu führen.

Cusco nach Hidroelectrica – nix für schwache Nerven

Bereits die Anfahrt von Cusco nach Hidroelectrica ist ein Highlight für sich. Die Straße führt zunächst über schöne Ebenen und Hügel, dann hindurch durch enge, tiefe Täler und kurvt schließlich an einer schroffen Bergwand und steilen Abhängen entlang immer weiter hinein in die Wälder, wo das Klima immer feuchter und die Landschaft grüner wird.

Ab nach Aguas Calientes – keep on walking the rails 

Ab Hidroelectrica, einer kleinen Ansammlung von Häuschen irgendwo im gefühlten Nirgendwo, kann man vom Bahnhof aus den Zuggleisen entlang nach Aguas Calientes gehen, ein netter 2- bis 3-stündiger Spaziergang vorbei an Wäldern, Wiesen, Flüssen und Bergen. Immer mal heißt es ausstellen, denn dann braust der Zug der Peru-Rail vorbei, der uns mit über 150 Euro viel zu teuer war.

Aguas Calientes ist ein kleines, wie zu erwarten sehr touristisches Dörfchen, das nahezu ausschließlich aus Hotels und Restaurants besteht – aber was will man auch mehr am Fuße des Machu Picchu, als etwas zu essen und zu schlafen, um am nächsten Morgen das Weltwunder zu begehen.

Cuy – Meerschweichen am Teller

Wir haben hier unser erstes (und letztes) Meerschweinchen gegessen – in diesem Sinne für uns also ein Nie-Mehr-Schweinchen. Cuy heißt diese Delikatesse in Peru, die wir immer wieder auf Speisekarten und -tafeln gesehen haben und jedenfalls probieren wollten. Nun war es also so weit. Fazit: Naja, lieber sind sie mir als Haustiere, wobei sie auch im lebenden Zustand ja nicht gerade die spannendsten Gesellen sind. Geschmeckt hat’s irgendwie nach einer Mischung aus Fisch und Hähnchen, aber nicht auf die gute Art und Weise. Gut war’s also nicht, dafür wenig und teuer. Fast nix dran an so einem Nager, was ja an sich nicht die ganz große Überraschung ist.

Schaut man inmitten der Tourimeile des Dörfchens Aguas Calientes nach oben, ist es schon sehr beeindruckend, wenn sich scheinbar mitten am Nachthimmel die feinen Linien der hohen Berge abzeichnen, wo Machu Picchu gelegen ist. No nah und doch so fern, morgen sollten wir die letzten (Höhen-)Meter in Richtung dieses Weltwunders meistern.

Climbing Machu Picchu – die Ersten werden die Ersten sein

Im Hotel bestellten wir unser Frühstück auf 3:40 (!), na servas – das soll Urlaub sein. Wir hatten für den kommenden Tag nämlich Tickets für den erstmöglichen Eintritt im Machu-Picchu-Gelände und das ist um 6:00 Uhr früh. Die 6-Uhr-Tickets für knappe 50 Euro hatten wir schon einige Tage vorher in Cusco organisiert, da diese die begehrtesten sind und gerne mal auch ausverkauft sind. Und jetzt wissen wir auch warum. Denn so ist man bei den ersten paar Dutzend Leuten dabei und kann das Gelände somit fast menschenleer bestauen, während es sich gegen Mittag dann schon ordentlich füllt und der Zauber des Weltwunders durch die tausenden bunten T-Shirts und Selfiesticks dann schon ein bisserl getrübt wird.

20190915_102731Will man den Berg, wo Machu Picchu liegt, zu Fuß besteigen und auf die 20-Dollar-Busvariante verzichten, kann man sich wie wir rund einen Kilometer vor Aguas Calientes am Eingang zu den Treppen anstellen und die rund 1700 Stufen selbst erklimmen. Rund eine Stunde lang durch den Wald bergauf gewandert, dabei den Sonnenaufgang mit Blick auf die wunderschön grüne Hügel- und Bergwelt genossen und einige Schweißtropfen später ist man oben angekommen.

Wunderbarer Machu Picchu – schöner geht’s nimmer!

Sieht man Machu Picchu das erste Mal, ist es schon ein ganz besonderes Gefühl! Die Sonne gerade aufgegangen, erheben sich die rundlichen Hügel wie bemooste Pilze aus dem dichten Grün des Dschungels und mittendrin leuchtet Machu Picchu hervor, diese heilige Stätte der Inka, die malerischer gelegen nicht sein könnte.

Mit der Zeit verzogen sich Nebel und Wolken und machten dem blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein Platz, die die Tempelstätte und ihre pittoreske Hintergrundkulisse nochmal in ganz anderem Licht erstrahlen ließen. Wirklich traumhaft! Schöner geht nimmer, die Inkas wussten, wie man wohnt! Auch wenn bis heute nicht wirklich klar ist, welchen Zweck diese Anlage damals erfüllte.

Wirklich schön, auf dem Gelände umherzuschlendern, die verschiedenen Blickwinkel auf Kultur und Natur zu genießen, sich in der Frei-wie-ein-Vogel-Fotopose zu üben, die man hier am Gelände des Machu Picchu in verschiedensten Varianten zu sehen bekommt oder etwa auch ein kleines Schläfchen auf diesen Wiesen von Welt zu machen, Machu Picchu erste Reihe fußfrei.

Ein kleiner Spaziergang führt zu einem alten Inkaweg, der direkt in den Berg hineingeschlagen ist. Mit Blick auf die steile Felswand kann man sich nur schwer vorstellen, wie dieser Weg gemacht und begangen wurde!

Ja, es war wirklich ein ganz besonderer Tag hier am Machu Picchu, nicht nur die Ruinen selbst, sondern vor allem auch das schöne Setting hat uns schwer beeindruckt!

Nun ging es zurück nach Cusco, von wo aus wir am nächsten Tag dann schon in Richtung unseres nächsten Peruabenteuers aufbrechen sollten – dem Amazonas!

Da wir uns ja wie wild in den verschiedensten Klima- und Kulturregionen Perus herumbewegen, gibt’s jetzt spät, aber doch mal einen kleinen Überblick über die wesentlichen stats Perus, mit denen wir bislang ja hinter dem Berg – also den Anden gehalten haben. Aber da man sich ja nicht nachsagen lassen will, dem nicht vorhandenen Bildungsauftrag nicht nachgekommen zu sein, hier abschließend noch einige Zahlen und Fakten zum Reiseland Peru.

Peru in Zahlen – kleiner Überblick über Land & Leute

Die semipräsidentielle Republik Peru, unabhängig von Spanien seit 1821, vereint auf einer Fläche von knapp 1,3 Millionen km² eine Bevölkerung von 31,3 Millionen Menschen, von denen rund ein Drittel in der Hauptstadt Lima lebt. Die Klimazonen sind so abwechslungsreich wie Südamerika selbst, vom Nordwesten zieht sich eine riesige Wüste bis zur Südgrenze des Landes. Ebenfalls von Nord nach Süd, mitten durch Peru hindurch, verläuft der riesige Gebirgszug der Anden mit Huascarán als dem höchsten Berg mit 6768 Metern Höhe. An der Ostseite fallen die Cordilleras steil ab und gehen direkt in den Amazonas über. Das Amazonasgebiet macht einen riesigen Teil der Fläche Perus aus. Die Nachbarländer Perus sind im Norden Ecuador und Kolumbien, im Osten Brasilien, im Süden Bolivien und Chile. Im Westen liegt der Pazifik, der es dem Land erlaubt, seine Exportgüter wie etwa Mineralien, Edelmetalle oder Hühnchen in die ganze Welt zu exportieren. Man merkt schon, dieses Land hat extrem viel zu bieten, ist sehr abwechslungsreich und vereint viele spannende Kulturen innerhalb einer Nation.

Nachdem wir schon einiges von der Küste Perus er-fahren haben, ebenso wie die Bergwelt Perus, widmeten wir uns nun also noch dem Amazonas und erfüllten uns damit den nächsten langjährigen Traum. [Nadja, 15.11.2019]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s