CUSCO & HEILIGES TAL | KUNTERBUNTES PERU

Cusco ist eine ganz besondere Stadt in den Bergen Perus. Einst die Hauptstadt des Inkareichs, ist Cusco heute wegen seiner Nähe zu zahlreichen archäologischen Stätten ebenso bekannt wie aufgrund seiner allgegenwärtigen spanischen Kolonialbauten, die das Stadtbild bis heute prägen.

Läuft man durch Cusco mit seinen pompösen Gebäuden und Plätzen, den wuseligen Märkten und seinen in bunte traditionelle Kleidung gehüllten Einwohnern, kommt man aus dem Staunen oft gar nicht heraus, ebenso wenig wie aus dem Schnaufen – bei der Höhe von rund 3400 Metern überm Meeresspiegel ist besonders am Anfang gemächliches Schlendern angesagt, da einem sonst ganz schnell die Luft ausgeht.

Virgen Navidad – buntes Treiben in Cuscos Gassen

Gleich am ersten Tag, an dem unser werter Besucher peruanischen Boden betrat, stolperten wir in eine Parade der Sonderklasse. Das ganze Wochenende lang wurde in Cusco die „Virgen de la Navidad“ gefeiert und so zogen dutzende Gruppen verschiedener Andenvölker mit ihren unterschiedlichen Trachten und Tänzen durch die Gässchen Cuscos – und präsentierten nicht nur voll Stolz ihre Kultur und Tradition, sondern hatten auch so richtig Spaß dabei. Das war bestimmt eine der schönsten und vielfältigsten Paraden, die wir jemals gesehen haben. Was für ein Glück nicht nur für uns, sondern auch für unseren Besuch, so etwas am allerersten Reisetag erleben zu dürfen.

Mercado San Pedro – Alpacafötus gefällig?

Der Markt San Pedro, den wir von unserem zentral gelegenen Apartment in wenigen Minuten zu Fuß erreichen konnten, war ein Highlight unseres Cuscoaufenthaltes. Täglich ließen wir uns von seiner riesigen Auswahl von Fruchtsäften und Nüssen über Fleisch und Käse bis zu Kleidung und bunten Souvenirs oder Kuriositäten à la getrockneten Alpacaföten in seinen Bann ziehen. Besonders an diesem Markt war auch das angenehme und stressfreie Ambiente, das einen einlud, stundenlang darin herumzuschlendern und sich von seiner Buntheit und dem ausgefallenen Mischmasch berieseln zu lassen.

Obligatorisch war immer auch der Besuch des Essensbereichs, wo man an unzähligen kleinen Ständen zwischen verschiedensten warmen Speisen wählen kann und sich etwa ein schmackhaftes Almuerzo, also Mittagessen samt Suppe und Getränk für knapp einen Euro gönnen kann. Dort haben wir auch erstmals Alpacasteak probiert – mhmm! Schmeckt wie eine Kombination aus Rind und Wild.

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Heiliges Tal – eine Tour zurück in der Zeit

Ist man schon mal in Cusco, darf eine Fahrt durchs heilige Tal mit seiner lieblichen Landschaft und den beeindruckenden archäologischen Stätten natürlich nicht fehlen. Da wir unserem werten Herrn Duck Camper ein Herumgeholpere auf unbefestigten Straßen ersparen wollten, entschieden wir uns, das heilige Tal mittels einer organisierten Tour zu er-fahren – und landeten einen Glücksgriff. Mit knapp 15 Euro pro Kopf für eine ganztägige Tour inklusive Lunch war das Ganze nicht nur ziemlich günstig, die Fahrt war kurzweilig und schön, die besuchten Stätten waren interessant und das Mittagessen, ein riesiges Buffet mit einer nahezu unüberschaubaren Auswahl an peruanischen wie internationalen Gerichten, überstieg unsere ob des Preises kaum vorhandenen Erwartungen um ein Vielfaches.

Die Landschaft im Valle Sagrada mit den vielen Feldern und den schneebedeckten Berggipfeln im Hintergrund ist wirklich schön, wenn auch während unseres Besuchs Ende September ziemlich trocken. Während oder nach der Regenzeit, wenn alles in sattem Grün erstrahlt, präsentiert sich das heilige Tal sicher nochmal von einer ganz anderen Seite.

Im ersten Dorf, das wir besuchten, wurde – wie sollte es in Peru auch anders sein – natürlich wieder irgendeine Virgen gefeiert. In Peru scheint es immer irgendwas zu feiern zu geben. Und, wie es für diese Feierlichkeiten, die meist zu Ehren einer bestimmten heiligen Jungfrau abhalten werden, üblich ist, gab es wieder viel Musik, Tanz und bunt gekleidete Menschen.

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Interessant war auch der kurze Zwischenstopp bei einem Familienbetrieb, wo uns eine Frau zeigte, wie die traditionelle Kleidung der Andenbewohner aus Alpacawolle hergestellt wird und woraus etwa die jeweiligen Farbstoffe gewonnen werden.

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Weiter gings zu den verschiedenen Hinterlassenschaften der Inkas – also architektonisch gesehen natürlich 🙂 Von uralten Anbautrassen, die teils zu Forschungszwecken angelegt wurden, über in den Fels geschlagene Behausungen bis zu antiken Salinen zur Salzgewinnung führte die Tour zu verschiedensten Zeugnissen der Inkakultur, die nicht nur schön anzusehen waren, sondern einen ein ums andere Mal staunen ließen, was die damals schon so alles aufführten.

Auch wenn’s eine so richtige Touritour war, mit hinterm Fahnderl Herlaufen (!) und In-den-Bus-hinein-und-hinausgestampert-Werden, war’s für uns ein voller Erfolg, weil wir einen guten Eindruck von heiligen Tal erhalten haben und das mit geringem Zeit- und Geldaufwand. Getaugt hat’s uns nicht zuletzt auch deswegen, weil wir auf das Schlimmste gefasst waren und unser sympatischer Tourguide Percey mit seiner peniblen Einhaltung des eng getakteten Zeitplans und seinen Aussagen à la: „You need toilet? Hmm… ok, hurry, you’ve got 3 minutes“ eine Attraktion für sich war.

So gingen die Tage dahin in Cusco, abseits vom Sightseeing und Herumschlendern in den malerischen Gässchen und Sträßchen bei stets strahlend blauem Himmel genossen wir vor allem auch das Apartment selbst mit seinem Innenhof und der gut ausgestatteten Küche, der wir allerhand Schmankerln entlockten, darunter endlich mal wieder Wienerschnitzel mit Kartoffelsalat – wohlgemerkt mit Kürbiskernölmarinade. Da waren wir wohl die Einzigen in Cusco, die sich ihren Salat auf diese Weise verfeinern konnten (danke nochmal an Steve für das beste nur vorstellbare Mitbringsel aus der Heimat!).

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Nachdem wir Cusco mit all seinen Besonderheiten voll ausgekostet haben, machten wir uns auf zu DEM Highlight einer jeden Perureise: dem Macchu Pichu, von dem wir uns endlich unser eigenes Bild machen würden (wobei es bei EINEM Bild wahrlich nicht geblieben ist). [Nadja, 4.11.2019]

 


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