NATIONALPARK VOLCÁN TENORIO | TÜRKISER RIO CELESTE

Unser erster Nationalpark in Costa Rica sollte uns gleich mal ordentlich überraschen. Im Gegensatz zum schwül-heißen trockenen Landschaftsbild im Norden Costa Ricas erwartete uns hier am Ende der Trockenzeit Anfang Mai ein satt-grüner Nebelwald, in dem es aufgrund der Höhenlage von über 1500 Metern zudem noch angenehm kühl war.

Nach einer schönen, aber kurvenreichen und zum Teil sehr steilen Anfahrt zum Parkplatz nahe des Visitor Centers, wo wir die Nacht verbrachten, wurden wir gleich mal von einem kleinen Nasenbären willkommen geheißen.

Das Highlight dieses Nationalparks rund um den Vulkan Tenorio ist neben dem dichten Dschungel und seinen zahlreichen tierischen Bewohnern der Rio Celeste, der mit seinem außergewöhnlich intensiv türkis-blauen Wasser ein wahres Farbspektakel bietet.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Also nichts wie hin – um 8 Uhr morgens standen wir Nieselregen zum Trotz bereits auf der Matte, um die 12 Dollar Eintritt abzulegen und wanderten als erste Parkbesucher los. Auch in der Nebensaison rentiert es sich in Costa Rica immer, die Nationalparks möglichst früh am Morgen aufzusuchen. Rund um die Dämmerung bestehen die besten Chancen, Wildlife in Action zu sehen und dies frühmorgens, ohne dutzenden Bustouristen hinterhertrotten zu müssen.

Bereits der erste Stopp am einzigen Trail durch den Park bietet einen sehr schönen Blick auf den Rio Celeste, wo dieser in einem Wasserfall nach unten stürzt und dort in seinen hellen Blautönen weiterfließt.

Anschließend führt der zum Teil ziemlich schlammige Weg weiter durch dichten Dschungel, nicht ohne immer wieder an das Ufer des Rio Celeste zu führen, der aus all dem Grün türkisblau hervorsticht.

Die Wanderung ist wirklich wunderschön, die Pflanzenwelt in diesem neblig-feuchten Dschungel treibt ihre Blüten in allen möglichen Formen und Farben und überrascht immer wieder aufs Neue in ihrer Kreativität.

Nach rund eineinhalbstündiger Wanderung war der Trail dann aber leider schon zu Ende, hätten wir uns für die 12 Dollar Eintritt pro Tag schon etwas mehr erwartet. Aber wahrscheinlich sind wir auch etwas verwöhnt von den Nationalparks in Kanada und der USA, wo man meist mehrere, deutlich längere Tracks begehen kann. Versöhnlich war jedoch der letzte Blick auf den Rio Celeste, der am Ende des Wanderweges seinen blauen Anfang findet. Dort fließt er nämlich mit einem anderen Fluss zusammen, wodurch sich dank des vulkanischen Ursprungs des Wassers und der damit zusammenhängenden „Mie-Streuung“ erst seine namensgebende Farbe und damit ein mehrfarbiges Spektakel ergibt.

Am Rückweg kam uns dann noch ein weiterer Nasenbär entgegen, der augenscheinlich sehr an Menschen gewöhnt war, da er ganz neugierig auf uns zuging und sich beinahe streicheln ließ. Über diese Begegnung freuten wir uns natürlich sehr, ebenso wie über viele weitere Tiersichtungen, die dem Wandern in Costa Rica nochmal einen ganz besonderen Touch verleihen.

Trotz der etwas kurzen Wanderung war unser erster Nationalparkbesuch für uns ein voller Erfolg. Ebenso wie unser anschließender Campspot „Rancho y Piscina Tilapias“ in Bijagua unweit des Parks, den wir ausnahmsweise mal ohne die App iOverlander gefunden haben. Dabei handelte es sich um das Anwesen einer netten Familie, das aufgrund seiner Pools gerne von Einheimischen als Schwimmbad genutzt, kaum jedoch von Touristen aufgesucht wird.

Dort verbrachten wir dann auch noch einige Tage, erwanderten ein bisschen die Gegend und erstellten einen iOverlander-Spot, wofür sich die Besitzerin später nochmals per Whatsapp bedankt hat, da bereits wenige Tage danach die ersten Overlander eingetrudelt sind. Ist wirklich schön, dass man Einheimischen durch einen einfachen Eintrag auf der App so gut helfen kann, ebenso wie natürlich auch kommenden Reisenden, die auf diese Weise gute Übernachtungsplätze finden. [Nadja, 29.5.2019]


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