LAGO DE ATITLÁN | SEE IM VULKANLAND

Lago de Atitlán ist der zweitgrößte See in Guatemala, eingebettet in malerische Landschaft auf rund 1600 Höhenmetern. Umrahmt von Vulkanen, bewaldeten Hügeln und verschiedenen Siedlungen mehrheitlich indigener Bevölkerung gilt der Atitlan-See als eine der Top-Destinationen in Guatemala und ist vor allem bei Backpackern beliebt – also nichts wie hin.

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Wohin am Lago de Atitlán als Overlander?

Diese Frage stellt sich für alle, die wie wir auf den eigenen vier Rädern daherrumpeln und die Anfahrt irgendwie unbeschadet überstehen wollen. Bei der Anreise zum Lago de Atitlán mit dem eigenen Fahrzeug ist der Weg bei Gott nicht das Ziel, da die Straßen, die zum Seeufer hinunter führen, zum Teil sehr, sehr steil und kurvig sind. Und das auch für Guatemala-Verhältnisse. Hinweise anderer Reisender auf der App iOverlander à la „Attention! Break-Burner“ oder „Dangerous! Bandidos on the Road“ zeugen davon, dass eine gewisse Routenplanung angebracht erscheint. Unsere Recherchen und Nachfragen ergaben, dass wir mit unserem Truck Camper lediglich den Ort Panajachel ansteuern sollten, von den Einheimischen wenig charmant als „Gringotenango“ bezeichnet. Anscheinend residieren hier mehrheitlich Amerikaner und eher ältere Semester, wohingegen etwa San Marcos oder San Pedro vermehrt von jüngerem eher alternativen Publikum angesteuert werden sollen. Dorthin gibt es zwar auch Straßen, doch wären diese zu steil und in zu schlechtem Zustand, als dass wir das mit unserem Truck Camper vernünftigerweise wagen sollten. Auch soll es auf den Verbindungsstraßen immer wieder zu Überfällen kommen. Das war es uns dann doch nicht wert, unter Yoga- oder Partyhungrigen zu hausieren und so truckerten wir also gen Gringotenango.

Die Frage der besten Reisezeit

Bevor man sich die steilen Straßen zum Seeufer runterkämpft, hat man einen fabelhaften Blick von oben über den Lago de Atitlán und seine drei umgebenden Vulkane.

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Da wir uns Ende März in den letzten Wochen der Trockenzeit befanden und so der Regen seit Monaten ausgeblieben ist, war die gesamte Umgebung sehr ausgetrocknet. Entsprechend sollte uns das satte Grün der Wälder rund um den See leider vorenthalten bleiben.

Wer zeitlich flexibel ist, dem würden wir insofern anraten, diesen Ort am besten gegen Ende der Regenzeit zu besuchen, wo alles noch lush green ist. Das gilt nach unserer Erfahrung auch für die weiteren Länder in Mittelamerika südlich von Nordguatemala. Während wir bis dorthin noch saftige, grüne Regenwälder und Wiesen bestaunen durften, wurde es mit jedem Kilometer südlicher auch immer trockener und das satte Grün der Gräser und Blätter wich zunehmend dem Braun durstiger Erde.

Das nur so nebenbei, trotzdem alles sehr schön natürlich – halt nicht grün.

Die liebe Polizei in Guatemala

In Panajachel sollten wir dann wieder einmal unfreiwillig in Kontakt mit den hiesigen Sicherheitsorganen kommen. Schon mehrmals waren wir in Guatemala angehalten worden von der Polizei. Bislang sind diese Routine-Kontrollen immer sehr korrekt verlaufen: nette Begrüßung, Ausweis, Papiere, vielleicht ein kurzer Blick hinten in den Camper und adiós – ohne jegliche Probleme.

Sehr nett, die Polizei hier, so unser Eindruck. Diesen sollten wir am Lago de Atitlán schwerstens auf die Probe stellen, indem Christian zunächst direkt vor den Augen eines Polizisten eine rote Ampel überfuhr, die er im Verkehrsgetümmel schlicht übersehen hatte. Der Polizist hielt uns an und klärte uns hinsichtlich dieses Verkehrsvergehens ohne jede Aufregung auf, um uns anschließend gleich weiterzuwinken. Glück gehabt! Ganz in der Nähe hielten wir am Straßenrand, da wir dort eine Wasser-Auffüllstelle vermuteten. Offenbar in einer Halteverbotszone, worauf uns derselbe Polizist ein weiteres Mal aufmerksam machen sollte – wieder ohne uns zu strafen.

Traumhafter Overlander-Spot in Panajachel 

Wir fanden dann eine wunderbare Bleibe direkt am Seeufer, die schöner nicht sein konnte.

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So standen wir auf einer begrünten Fläche des Resorts Bahia del Lago, mit riesiger Gartenanlage und prunkvollem Pool, in der wir die einzigen Gäste waren. Fünf Tage lang – auch nicht schlecht (zumindest für uns). Die rund zwölf Dollar pro Nacht, die wir hier berappten, sind zwar mehr, als wir normalerweise für Stellplätze in Guatemala so ausgeben, aber das wars uns wert. Man ist ja schließlich im Urlaub 🙂

Hier sollten sich dann unsere beiden Berliner Mitreisenden verabschieden, da sie andere Reisepläne hatten. Knapp zwei Wochen hatten wir sie im Truck mitgenommen und gemeinsam Ruinen, Dschungel, Märkte, Städte und Vulkane in Guatemala erkundet. Schön wars!

Wir sollten hier am Atitlan-See einige wunderschöne, sehr relaxte Tage verbringen, täglich der Sonne beim Auf- und -Untergehen zuschauen und die Umgebung zu Fuß oder mit dem Boot erkunden.

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Gestört wurde unsere Idylle nur einmal, sollten wir doch tatsächlich Opfer eines dreisten Diebstahls werden. Naja, also zumindest ein Versuch und nebenbei ein ziemlicher Lacher. Ein Hund näherte sich schüchtern und mit gesenktem Blick, als ich in der Hängematte lag, und gerade als ich ihn streicheln wollte, schnappte er sich eine meiner Sandalen und war nur mehr ein brauner Strich in der Luft – so schnell war er dahin. Es kam zu einer Verfolgungsjagd, bei der ich zweite wurde. Inzwischen ja barfuß war für mich ab Glassplitter-Baustellen-Untergrund Schluss.

Christian, der Retter, sollte sich dann beschuht auf die Suche machen und den Übeltäter einige Häuser weiter finden, wo er ganz unschuldig neben meiner Schlappe lag.

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Wegen der extremen Trockenheit loderte einige Dörfchen weiter, in San Marcos, ein Waldbrand, der sich während unseres Aufenthaltes immer weiter auszubreiten und nicht wirklich unter Kontrolle zu bringen schien.

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Als wir die Flammen dann schon von unserem Campspot aus sehen konnten, entschieden wir, ein paar Tage früher abzureisen als geplant, um sicherzugehen dass unsere Zu- bzw. Abfahrtsstraße davon nicht betroffen wird. Man will ja nix riskieren.

 

Und so sollten sich die letzten Tage in Guatemala nähern, einem Land, das bestimmt eines der Highlights unserer Reise ist und an das wir mitsamt seiner reichen Kultur, den so freundlichen Menschen, den bunten duftenden Märkten, den Ruinen und spannenden Wäldern, seinen farbenfrohen Kolonialstädten sowie den allerorts in die Höhe ragenden Vulkanen immer mit Freude zurückdenken werden. [Nadja, 14.4.2019]

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